Aktionswochen zum Tag des Wassers 2016 19. März bis 10. April
Bereits beim Tag des Wassers 2015 entstand die Idee die Quellregionen einmal mehr in den Fokus zu nehmen. Die Idee ist es, Menschen für unsere Fließgewässer und deren Quellen zu sensibilisieren. Weltweit entstanden die ersten menschlichen Siedlungen an Flüssen, Bächen oder Quellen. Denn diese lieferten das lebensnotwendige Trinkwasser. Ein Bach speist sich in der Regel aus mehreren zum Teil auch diffusen Quellen. Quellen sind einzigartige Lebensräume, die nur von Spezialisten der Tier- und Pflanzenwelt besiedelt werden können. So sind Quelltümpel z.B. ideale Kinderstuben für die Larven der Zweigestreiften Quelljungfer und des Feuersalamanders.

So rief der Haseauenverein Anfang des Jahres seine Mitglieder sowie Schulklassen und Interessierte Gruppen und Umweltbildner auf, die Quellregionen der Hase und ihrer Zuflüsse zu erkunden.

Ideen:

  • Erkundungstour entlang eines Baches bis zum Quellbereich z.B. mit dem Fahrrad oder zu Fuß
  • Unterschiedliche Quelltypen Tümpelquelle, Sturzquelle, Sickerquelle …
  • Untersuchung der Wasserqualität verschiedener Quellen (Nitrat, Phosphat)
  • Lyrische Begegnung mit einer Quelle
  • Bedeutung von Quellen für uns Menschen (Trinkwasser etc)
  • Quellschutz – Trinkwasserschutz

Da Quellregionen sehr sensible Lebensräume sind, galt es besonders umsichtig zu sein. Für Schulklassen und Kindergartengruppen wurde wieder eine Begleitung durch Umweltpädagogen bzw. das mobile Umweltlabor Grashüpfer angeboten. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung der Naturschutzstiftungen der Landkreise Emsland und Osnabrück. Die Geschäftsführung hat begleitende pädagogische Materialien zusammen- und bereit gestellt.

Dem Aufruf folgte die Grundschule Widukindland aus Osnabrück. Die Bachpaten im Schulnetzwerk Lebendige Hase starteten an „ihrem“ Abschnitt des Sandbaches und wollten herausfinden, wo denn das Wasser eigentlich herkommt. Die Schwarzerlen wiesen den Kindern dabei den Weg, wenn sie einmal nicht direkt am Bach entlang gehen konnten. Denn diese Bäume sind Gewässer-Fans und recken ihre Wurzeln bis in das Wasser hinein. So tragen sie zur Strukturvielfalt, Beschattung sowie Ufersicherung unserer Bäche und Flüsse bei. Unter fachkundiger Begleitung erkannten die Schülerinnen und Schüler auch, dass ein Großteil des Wassers aus dem Überlauf eines Regenwasserrückhaltebeckens kommt. Aber wo kommt wiederum dieses Wasser her? Auf der anderen Seite des Beckens zeigte sich ein großer Zulauf direkt aus der Siedlung Widukindland. Da war auch Frau Wehrs, die Lehrerin der neugierigen Bachpaten, erstaunt, dass das Sandbachwasser zu einem erheblichen Anteil quasi aus den Regenrinnen ihrer Wohnhäuser kommt. Ein kleines Rinnsal Sandbach führte die Klasse letztlich noch weiter nach Osten. Dort fand sie nicht nur eine Quelle des Sandbachs in Form eines kleinen Teiches, sondern auch noch Pfützen, in denen Grsafrösche ihre Laichballen abgelegt hatten. Noch weiter nach Osten erstreckt sich eine Entwässerungsrinne entlang der Bahnstrecke, die dem Bach weiteres Wasser zuführt.

Der Osnabrücker Sportfischerclub e.V. folgte dem Aufruf und begleitete in den Osterferien 12 Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter des „Jugendhof Obermeyer“ und nahmen den Goldbach in Hagen a.T.W und Hasbergen genauer unter die Lupe.
Als wir einem kleinen Zufluss des Goldbachs folgten konnten wir entdecken, dass eine Quelle nicht immer aus einem Felsen plätschert wie es zum Beispiel an der „Teufelsquelle“ der Fall ist. Wir entdeckten eine sogenannte Sickerquelle und konnten dort Froschlaich, kleine Frösche und einen Feuersalamander beobachten. Im weiteren Verlauf des Tages begutachteten wir den Bach an verschiedenen Stellen. An einigen Orten konnten wir erkennen, dass der Bach sich sehr natürlich seinen Weg sucht. Doch wir stießen auch auf Verbauungen aus Beton und Abschnitte des Goldbachs die mehr an einen Kanal als an einen Bach erinnern. Am Nachmittag untersuchten wir den Leedener Mühlenbach, ein Zufluss des Goldbachs an der Grenze von Hagen, Hasbergen und Tecklenburg auf seine Qualität. Dafür stand uns das mobile Umweltlabor „Grashüpfer“ zur Verfügung. Mit Kescher, Lupenglas, Mikroskop und Bestimmungstafel untersuchten wir, unterstützt durch die Diplom-Hydrologin Irene Steiner, die Kleinstlebewesen im Bach. Trotz des durchwachsenen Wetters war die Stimmung gut, auch wenn wir leider kein echtes Gold im „Goldbach“ finden konnten.
Am Ende der Untersuchung waren die Kinder mal die Lehrer und durften dem Bach eine Note geben. An dieser Stelle kamen wir zu dem Ergebnis, dass der Bach von uns mit einer 2 minus bewertet wird.

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Schulaktionen zum Tag des Wassers
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