Das Institut für Wasserwirtschaft und Umweltschutz der Hochschule Magdeburg hat nun den Monitoringbericht im Auftrag des NLWKN vorgestellt. Wir zitieren hier aus der Zusammenfassung des Berichts:

„Im Rahmen der biologischen Aufstiegskontrolle der Fischfauna wurden insgesamt 16 Fischarten nachgewiesen mit insgesamt 2132 Individuen. Die Individuendichte im Unterwasser der Sohlengleite war mit 8 und 2 Individuen/m2 vergleichsweise gering, vermutlich bedingt durch Strukturmangel bzw. Degradation des Unterwassers. Es wurden vor allem indifferente und anspruchslose Arten wie z.B. der Flussbarsch nachgewiesen. Direkt im Unterwasser der Sohlengleite wurden aber auch rheophile Arten wie Steinbeißer und Gründling gefunden. Die Artenzusammensetzung in der Reuse, bzw. im Oberwasser, war ähnlich zum Unterwasser. Auch abiotisches Monitoring und biologische Aufstiegskontrolle der Fischfauna hier überwogen deutlich die indifferenten Arten, wobei das Rotauge dominierte. Rheophile Arten waren wie im Unterwasser deutlich seltener. Als stagnophile Art wurde lediglich die Schleie in vereinzelten Individuen nachgewiesen, sowohl im Unter- als auch im Oberwasser.

Im Mittel stiegen über die Sohlengleite im Herbst 37 Fische und im Frühling 8 Fische während eines Tages auf. Der Grund für die geringere Aufstiegszahl im Frühling war vermutlich die aufgrund eines sehr kalten Frühlings verzögerte, und damit methodisch nicht erfasste Laichwanderung. Von den Lang- oder Mitteldistanz-Wanderarten wurden lediglich Aale, eine nicht abgewanderte Meerforelle und eine Barbe nachgewiesen. Diese Arten werden bzw. wurden allerdings durch die örtlichen Angelvereine besetzt und sind vermutlich nicht eigenständig in die Hase aufgestiegen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, bestehende Querbauwerke auch im weiteren Verlauf der Hase durchgängig zu gestalten.
Der Zustand der Sohlengleite wurde durchgehend als gut bewertet. Es wurde keine Selektivität von Fischarten sowie -größen und kein Sackgasseneffekt festgestellt. Auch die Aufstiegszahl war gut. Als besonders positiv ist zu erwähnen, dass die Sohlengleite selbst überwiegend durch rheophile Fischarten besiedelt war. Der Hasel dominierte, im Bereich der Hochwasserrinne wurden sogar bachtypische Arten wie Groppe und Schmerle gefunden. Es ist davon auszugehen, dass die Anlage von diesen Arten dauerhaft als Lebensraum genutzt wurde. Die Sohlengleite erfüllt damit in der degradierten Hase vor allem auch die Funktion eines Trittsteinbiotops bzw. Rückzugsareals für rheophile Fischarten. Nachbesserungen am Wanderkorridor oder an der Sohlengleite sind aus biologischer Sicht nicht erforderlich. Empfohlen wird, die unterhalb gelegen Stauanlagen durchgängig zu gestalten.“

 

Fotos und Text aus: Abiotisches Monitoring und biologische Aufstiegskontrolle der Fischfauna auf der Sohlengleite Quakenbrück – IWU Hochschule Magdeburg-Stendal, Prof. Bernd Ettmer et al.

Monitoring der Sohlgleite am Schützenhof in Quakenbrück
Verein zur Revitalisierung der Haseauen e. V.