Revitalisierung des Feldmühlenbaches in Ahausen
Der Feldmühlenbach entsteht durch mehrere Quellzuflüsse im Rüsseler Wald zwischen Westerholte und Brickwedde. Der Bach fließt dann in nördlicher Richtung durch Rüssel, Ahausen bis in den nördlichen Bereich von Bersenbrück, wo er ursprünglich in die Hase mündete. Bedingt durch den Ausbau der Hase wird er heute nördlich von Bersenbrück als stark ausgebautes Gewässer parallel zur Hase geführt und heißt ab hier „Alte Hase“. Aufgrund des teils starken Ausbaus und der mäßigen Gewässergüte wurde der Feldmühlenbach als erheblich veränderter Wasserkörper eingestuft. Bisher verlief der Feldmühlenbach im Bereich Bersenbrück-Ahausen genau zwischen der Bundesstraße 214 und dem Bahndamm der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn. Aus der engen, parallelen Führung, insbesondere durch zwei Dammdurchlässe ergab sich nicht nur ein erheblicher Unterhaltungsaufwand für das Gewässer. Auch die ökologische Wertigkeit wurde durch den starren Ausbau, die tiefe Lage und die Barrieren als unbefriedigend beurteilt. Hauptursachen liegen in der Einschnürung des Gewässers zwischen Straße und Bahn und dem mangelnden Kontakt zur Gewässeraue. Eine fließgewässerökologische Untersuchung aus dem Jahr 2008 bescheinigt dem Planungsraum eine unbefriedigende bis schlechte ökologische Zustandsklasse. Das konnte nun auf rund 400 m geändert werden.Verlegung-Feldmühlenbach-1

Durch Ankauf eines 25 m breiter Ackerstreifens konnte ein mäandrierendes, naturnahes Bachbett südlich der Eisenbahnlinie geschaffen werden. Gleichzeitig wird nun die regelmäßige Unterhaltung in eine beobachtende Unterhaltung überführt. Der Feldmühlenbach erhält so wieder Raum für seine natürliche, eigendynamische Gestaltung seines Bachbettes. Gehölze wie die von der Imker-AG des Gymnasiums Bersenbrück gepflanzten Weiden, werden bereits in Kürze den Wasserbewohnern wohltuenden Schatten spenden.
Rückblick Revitalisierung des Feldmühlenbaches

 

preisverleihung-feldmuehlenbachMit dem Projekt „Verlegung und Laufverlängerung des Feldmühlenbaches in Bersenbrück“ hat der  Unterhaltungsverband „Mittlere Hase 97“ den dritten Preis in der Kategorie Hauptamt des niedersächsischen Gewässerwettbewerbes „Bach im Fluss“ 2016 gewonnen.

Am 17. Oktober nahmen Andreas Höger und Georg Lucks vom Unterhaltungsverband 97 und Marlis Schulz und Clemens Brinkmann stellvertretend für alle Beteiligten den Preis in Hannover entgegen. In der Laudatio heißt es: Ein pfiffiges Konzept nimmt die Sanierungsbedürftigkeit von Durchlässen zum Anlass, einen neuen Lauf in einer Sekundäraue kosteneffizient und ökologisch vorbildlich umzusetzen. Im Rahmen einer Flurneuordnung wurde ein Gewässer in einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten verlegt. Statt einer Sanierung baufälliger Kreuzungsbauwerke konnte durch innovative Finanzierung und Umsetzung ein eigendynamisch laufendes, kiesgeprägtes Fließgewässer mit sich sukzessiv entwickelnder Sekundäraue entstehen. Sowohl Gestaltungsmaßnahmen als auch Laufverlängerung wurden fachlich hochwertig umgesetzt, die Fließgeschwindigkeit wurde wiederhergestellt und die Strukturierung der Sohle führt zu den erwarteten Entwicklungen. Die Renaturierung wird in vorbildlicher Weise genutzt, um eine jährlich stattfindende mehrtägige Schulung von Mitarbeitern der Unterhaltungsverbände durchzuführen.

„Die Beiträge belegen eindrucksvoll das große Engagement, das technische Können, die Kreativität und den generationenübergreifenden Ansatz, mit dem Gewässerprojekte in unserem Land vorangebracht und umgesetzt werden. Mit diesen Maßnahmen sind wir auf dem richtigen Weg, um die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie Schritt für Schritt umzusetzen“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel. In dem Wettbewerb, der alle zwei Jahre vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens ausgelobt wird, hatten sich diesmal 31 Projekte beworben.

Feldmühlenbach (Alte Hase)