Der Unterlauf des Borgloher Baches wurde in den 1960er Jahren verrohrt, um dem Weidevieh den Zugang zum seinerzeit schwer kontaminierten Wasser zu verwehren. Diese Wasserqualitätsprobleme sind behoben, aber die Verrohrung bestand immer noch. Nun hat der Unterhaltungsverband 96 Hase-Bever die nötigen Arbeiten gestartet, um dem Tal ein vitales Fließgewässer mit naturnaher Linienführung und Umfeld in der Aue zurück zu geben. Die dritten und vierten Klassen der Grundschule Borgloh waren sofort bereit, bei den Feinarbeiten ein wenig mitzuhelfen. Zu Nikolaus zogen sie  für einen Vormittag an den frisch freigelegten Borgloher Bach. Es stellte sich heraus, dass die meisten Kinder und auch Lehrkräfte den Bach für den Königsbach hielten, in den der Borgloher Bach ja auch ein Stück weiter mündet. Um so wichtiger, dass sie sich nun mit „ihrem“ Borgloher Bach identifizieren können. Der knackige Frost schreckte dabei niemanden. Er half vielmehr sich auf dem  lehmigen und schnell sehr matschigem Boden zu bewegen.

Die Kinder brachten per Eimerkette Kiessubstrat in den geräumigen Kastendurchlass ein, damit die Bachtiere problemlos von Steinchen zu Steinchen auch unter der Straße hindurch in den Oberlauf hochwandern können. Der Bagger vom UHV Hase-Bever hatte den Kieshaufen vorher zum Glück gründlich aufgelockert! Die Kinder wurden in fünf Teilgruppen angeleitet und konnten so richtig was schaffen. Als der Bauleiter Werner Fricke nach 2 h gucken kam, hat er nicht schlecht gestaunt, wieviel die motivierten Bachfreunde schon geschafft hatten. Die Kinder überreichtem ihm Entwürfe für die sagenhafte Borgloher Rohrunke. Die laut „Augen zwinkernder“ Aussage eines Anwohners in dem ehemaligen Rohr des Baches gehaust haben soll. Des Weiteren wurden Strömungslenker aus Totholz in das Bachbett eingebaut, um den Tieren möglichst viele verschiedene Lebensraumstrukturen anzubieten. Im nächsten Jahr soll geguckt werden, welche Tiere das neu gestaltete Bachbett dann schon „bezogen“ haben. Es ist unwahrscheinlich, dass Gelbbauchunken aus dem Mindener Raum nach Borgloh einwandern werden. Aber die hiesigen Grasfrösche werden sicherlich genauso wie die Bachbewohner von den Arbeiten profitieren. Die Neue Osnabrücker Zeitung Südkreis berichtet hier über die Aktion der Grundschüler.

Die lange erwogene und dringend gewünschte Umsetzung der Maßnahme ist  ermöglicht worden durch die erfolgreiche Flächenbereitstellung im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens Borgloh. Finanziell ermöglicht wurde die Maßnahme als Kompensation der Gemeinde Hilter.

Der UHV 96 Hase-Bever hat den Borgloher Bach auf einer Länge von 700 m aus der Verrohrung geholt und naturnah gestaltet. Es wurde ein seitlicher Gewässeroberlauf wieder neu erschlossen. Ein groß dimensionierte Durchlass und eine Furt werden dort eingebaut, wo Querungen erforderlich sind. Das offengelegte Gewässer erhält eine begleitende Sekundäraue, die weitgehend der eigendynamischen Umgestaltung überlassen bleiben soll. Später evtl. erforderlich werdende Lenkungsmaßnahmen wird der UHV 96 in Abstimmung mit der Unteren Wasser- und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises im Rahmen der Gewässerunterhaltung vornehmen, die nach wie vor beim UHV 96 verbleibt.

Maßnahmen:

 

  • Aufhebung einer über 700 m langen Gewässerverrohrung DN 300, so dass die Durchgängigkeit für aquatische und semiaquatische Lebewesen gewährleistet wird
  • Vergrößerung des Straßendurchlasses Goldbreede von DN 300 auf ein Kastenprofil mit durchgehender Sohle und Berme
  • Einbau einer weiteren Furt im Unterlauf als Ersatz für eine Querungsmöglichkeit, die entfällt, wenn die Rohrleitung aufgenommen wird.
  • Herrichtung von Flächen in einer Größe von 22.200 m2 als Sekundäraue
  • Anlage eines Gewässerrandstreifens
  • Gewässerbegleitende gruppenweise standortgerechte Bepflanzung des Gewässers und der Aue

 

Borgloher Bach aus Verrohrung geholt – Schüler der Grundschule halfen mit
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