Die Unterhaltung von Fließgewässern ist wasserrechtlich vorgeschrieben und hat neben der Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses auch die ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers insbesondere als Lebensraum von wild lebenden Tieren und Pflanzen zu erhalten und zu fördern. Die naturschutzrechtlichen Vorgaben schreiben zudem den Erhalt und die Entwicklung von besonders und streng geschützten Arten und Lebensgemeinschaften vor. Neben der Gewässerrenaturierung ist die Unterhaltung der Gewässer eine zentrale Aufgabe bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese schreibt bis spätestens 2027 verbindlich vor, dass die Fließgewässer in den Zustand des „guten ökologischen Potentials“ zu bringen sind.

„Wir müssen die, die vor Ort die Arbeiten durchführen für eine artenschonende Gewässerunterhaltung sensibel machen“ sind sich Georg Lucks vom Unterhaltungsverband „Mittlere Hase“ und Jürgen Herpin vom Dachverband Hase einig. Unter der Leitung der beiden Verbände sind im Rahmen eines dreitägigen Seminars 25 Gewässerunterhalter aus dem Hase-Emsgebiet darüber informiert worden, wie die erforderlichen Mäh- und Räumarbeiten im Hinblick auf den Artenschutz durchgeführt werden können.
Im theoretischen Teil wurden umfassende Informationen über die rechtlichen und ökologischen Anforderungen bei der Gewässerunterhaltung vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Pflege von gewässerbegleitenden Gehölzstrukturen gelegt.

Im praktischen Teil wurde am Beispiel des Einsatzes des Mähkorbes die Wirkung einer artenschonenden Unterhaltung vorgeführt. Insbesondere die Berücksichtigung von Muschelbeständen in den Gewässern kann durch diese angepasste Arbeitsweise gewährleistet werden. Im Rahmen einer durchgeführten Elektrobefischung konnte den Seminarteilnehmern der Lebensraum „Fließgewässer“ nochmal deutlich gemacht. Die umfangreichen ökologischen Maßnahmen in und an den Fließgewässern im Verbandsgebiet waren des Weiteren von besonderem Interesse. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen zur Herstellung der biologischen Durchgängigkeit und die Anlage von Sekundärauen.

Aufgrund der positiven Resonanz und der fachlichen Notwendigkeit stellen die beiden Seminarveranstalter in Aussicht: „Wir werden diese Art der Schulung auch im nächsten Jahr den Mitarbeitern in Unterhaltungsverbänden anbieten“.

Mitarbeiterschulung Gewässerunterhaltung und Artenschutz